Konzept Trierer Kunstturm
1. Zusammenfassung des Projektes
Der Trierer Kunstturm ist ein kulturpädagogisches Projekt, das sich der Kunst nachhaltig, interdisziplinär und grenzüberschreitend öffnet. Vernetzung, Entgrenzung, Nach-haltigkeit sowie ein außergewöhnlicher Lernort sind Schwerpunkte und Fokus der Idee des Kunstraums, der versucht, Kunst unter spezifischen Fragestellungen im regionalen und überregionalen Raum zu kommunizieren. Der Trierer Kunstturm lädt Schüler und Lehrer ein, mit Kunst zu lernen, Kunst zu beschnuppern, Kunst zu machen. Eingeladen sind neben dem „normalen“ Publikum explizit Schulen, die sich durch Wettbewerbe und Projektlernen (Focus: fächerübergreifendes Lernen) mit zielgruppen-relevanten Fragestellungen methodisch vielfältig auseinanderzusetzen können; bzw. eigene Ausstellungen / Schwerpunkte / Aktionen im Kunstturm zu arrangieren (didaktische Schwerpunkte z.B.: Vorbilder, Kunst, Wurzeln, Werte, Tugenden, Religion, Identität, Kommunikation, Trier, Europa,...).
2. Schwerpunkte der Konzeption
2.1 Nachhaltiges Lernen im Kunst- und Kommunikationsraum
Das Projekt Trierer Kunstturm verknüpft auf dem Hintergrund einer überregional denkenden Projektgruppe kulturpädagogische Zielrichtungen mit soziokulturellen und historischen Gegebenheiten. Schwerpunkt des Konzeptes ist die eindeutige Ausrichtung auf Schulen, Jugendeinrichtungen, Künstlergruppierungen und Kunstvereine.
Der Trierer Kunstturm versteht sich als offener, aktiver, Kunst- und Kommunikations-raum, der nachhaltiges Lernen und Lehren in einer sich immer wieder verändernden Umgebung anstrebt.
Die Verknüpfung, Vernetzung von unterschiedlichen gesellschaftlichen Strukturen und damit das Erstellen eines kultur-pädagogischen Angebotes ist besonderes Ziel des Projektes. Die Ausrichtung auf kunstpädagogische Fragestellungen stellt daher ein kulturpädagogischer Schwerpunkt des Projektes dar.
2.2 Kulturpädagogischer, interdisziplinärer, überregionaler Kommunikationsraum
Der Trierer Kunstturm stellt einen besonderen Lernort nicht nur für Kunsterziehung (bildende Kunst, Werkunterricht, Musikpädagogik etc) dar, sondern bietet gleichzeitig auch einen Raum für Auseinandersetzung mit anthropologischen Grundsatzfragen. Stichworte, wie Vernetzung von Schulen in der Region, neue Impulse im Bereich des Projektlernens, übergreifende Museumspädagogik, handlungsorientierter Unterricht, fächerübergreifendes Lernen, Spracherziehung, Geschichte, usw.
Interdisziplinär sollen neben Ausstellungen professioneller Künstler unterschiedlicher Richtungen, auch spezifische Musikaktionen von regionalen jungen Musikern eingebunden werden.
Didaktische Kernthemen wie z.B.: Erinnerungen, Jugend, Alter, Vorbilder, Europa, Industriekultur, Grenzen, Identität, Werte, Kommunikation, könnten in reduzierten Fragestellungen / Wettbewerben usw. vielfältig bearbeitet werden.
2.3 Synergetische Umsetzung und Logistik
Das Projekt Trierer Kunstturm ist eine logistische Herausforderung, die die Projektgruppe durch ihre Erfahrung, ihre Flexibilität und auf Grund ihres Wissens um kulturpädagogische Zusammenhänge zu leisten vermag.
Schüler, Lehrer, Eltern, Handwerker, Architekten, Mitglieder von Kunstvereinen planen, entwickeln, überarbeiten, gestalten den Kunstturm so, dass er in seiner Einmaligkeit als vielfältiger Kunst- und Kommunikationsraum genutzt werden kann.
3. Ziele des Projektes Trierer Kunstturm
3.1 Allgemeine Zielsetzungen
- regionaler und überregionaler Kooperations-/ und Kommunikationsraum
- Kommunikation eines interdisziplinären, kultursoziologischen, pädagogischen Kunstbegriffs
- Reflexion des Begriffes Kunst und Kultur in identitätsstiftenden Zusammenhängen, wie Stadt, Land, Region, Europa
Der Trierer Kunstturm kommuniziert Flexibilität, Dynamik innerhalb des Kunstbegriffes, gleichzeitig Zentralisierung und Verschärfung der Wahrnehmung
Anstoß von unmittelbarer Auseinandersetzung von Jugendlichen / Schulklassen mit Kunst
Verknüpfung von Kunst und innovativem Lern- und Lehrort
3.2 Spezifische Zielsetzungen
- nachhaltiger, pädagogischer Bezug von Kunst / Kultur in Trier, der Großregion, Europa
- Unterstützung von Kunsterziehung / ästhetischer Erziehung an Schulen durch Initiierung von Projektwochen mit fächerübergreifenden Themen
- Angebot eines Ausstellungs- und Aktionsraumes, auch zur Förderung von Nachwuchstalenten
- eine besondere Alternative zur klassischen Kunst in Museen und Galerien
- Erleichterung des Zugangs zu kulturellen Aktivitäten
3.3. Schulische Zielsetzungen
Es bieten sich vielfältige Möglichkeiten, die Schüler/ innen der Medard-Schule im Rahmen des Unterrichts in dieses Projekt einzubinden und es mitzugestalten:
- Entwicklung eines Raumkonzeptes im Projektunterricht zusammen mit Schülern, Lehrern, Handwerkern, Architekten und Künstlern
- Bau des Trierer Kunstturms an der Medard-Schule Trier in Kooperation mit unterschiedlichen Fachbereichen der Handwerkskammer Trier
- Organisation und Durchführung von Ausstellungen / Aktionen
- Technisches Zeichnen / Entwerfen und Lesen von Konstruktionszeichnungen
- Bildende Kunst (Arbeiten für unterschiedliche Ausstellungen; Plakate etc.)
- Hauswirtschaft (Kleine Gastronomie bei Veranstaltungen)
- Biologie (Gestaltung und Pflege des gärtnerischen Umfeldes)
- Arbeitslehre (Praxis und Theorie bei der Planung und beim Bau der Galerie)
- Deutsch (Öffentlichkeitsarbeit, Verfassen von Texten für Veranstaltungen)
- Mathematik (Abwicklung der Finanzen)
- Musik (Türmchen als „Klangkörper“ für besondere Instrumente)
Mitwirkung an diesem Projekt ist für die sozial-emotionale Persönlichkeitsentwicklung der Schülerinnen und Schüler von weit reichender Bedeutung, da die Schüler freiwillig Verantwortung übernehmen, sich durch ihre Arbeiten präsentieren können und damit Anerkennung und Selbstbewusstsein erlangen.
Durch Einbindung in ein Team von Mitschülern und insbesondere von außerschulischen Fachkräften erfahren sie eine Hinführung auf die Berufswelt.
3.4 Mittel- und langfristige Zielsetzungen
Nachhaltigkeit
- Der Kunstturm wird von Schülerinnen und Schülern unter Mithilfe von Handwerkern und Architekten geplant, gestaltet, gebaut. Schülerinnen und Schüler erleben Kultur / Kunst als soziodynamischen, selbst mit zu gestaltenden identitätsstiftenden Begriff, der mit regional-historischen Bezügen eine methodisch-didaktische Anbindung erfährt
- Implementierung des Trierer Kunstturms als initiatives Konzept, das als kultur-stiftendes Element weiter kommuniziert
Kulturpädagogik
- Kommunikation und Konfrontation von / mit Kunst durch das Medium Kunstturm
- Angebot des Kunstturms an Schulen (Aktions-Raum für Kunst und Kommunikation, z.B. Ausstellungen, Initiierung von Projektwochen)
- Nutzung von Schulen, Künstlern, Kulturvereinen, Institutionen
- Positionierung des Trierer Kunstturms in pädagogisch relevante Rahmenbedingungen
- Einbindung von interessierten Kulturschaffenden aus Schule und Kunst
4. Projektpartner
- Medard-Schule
- Handwerkskammer Trier
- Stadt Trier
- ADD Trier
- OV Lernen Fördern Trier
- Abtei St. Matthias
- Kulturgruppen / Kunstvereine / Künstler
- Treveris Handpresse
- Stiftungen, Vereine, Privatpersonen
- Architekten, Baufirmen
5. Zielpublikum
- Schüler / Klassen unterschiedlicher Schulen (Eltern, Lehrer usw.),
- kulturinteressierte Menschen
6. Finanzierung
Schülerfirma der Medard-Schule
Sponsoren
Bernhard Maria Müller